Freitag, 26. Oktober 2007

Volkswagen Multivan Business

Volkswagen Multivan Business - Größer kann Understatement kaum sein: Wer an einer Luxus-Renn-Limousine wie dem Mercedes S 63 AMG das Typenschild entfernen lässt, der ist im Vergleich zum Fahrer des Edel-Multivans geradezu ein Aufschneider. Den Multivan gibt es nicht nur als günstige Startline-Version mit kargen 102 PS und für knapp unter 30.000 Euro.

Es geht auch anders – und kaum einer merkt’s: Dunkle Seitenscheiben, Breitreifen, Xenonlicht und dunkle Rückstrahler – könnte alles auch aus dem gut sortierten Zubehörhandel stammen. Der VW Multivan Business dürfte bei kaum jemandem in Nachbarschaft Neidgefühle wecken.

Der Multivan Business ist ein fahrender Konferenzsaal. Eine interaktive Kommandozentrale für all diejenigen, die sich nur das Beste gönnen. Im Fond einer S-Klasse oder eines Maybach 57S ist nur für zwei Personen Platz. Wer dagegen unter acht Augen und immer dynamisch unterwegs über die Geschicke von Firmen und die Strategien der nächsten Jahre konferieren möchte, der kommt an der norddeutschen Business-Line schwerlich vorbei.

Die Fonttüren öffnen im Gegensatz zu Heckklappe elektrisch und eine eigene Klimaautomatik sorgt für angenehme Rahmenbedingungen selbst bei hitzigsten Diskussionen. Die Serienausstattung des Business-Geschosses lässt nach drei- bis vierwöchigem Umbau bei VW in Hannover kaum mehr Wünsche offen.

Laut werden müssen die Diskutanten übrigens auch bei hohem Autobahntempo mit: Sechs Mikrofone im Dachhimmel und die integrierten Radiolautsprecher sorgen technisch für beste Beschallung. Eine Telefonkonferenz ist über die Mikrofone ebenfalls kein Problem.

Dass man in solchen Kreisen auch standesgemäß motorisiert sein möchte, versteht sich von selbst. Auf Hightech-Triebwerke wie sie die Volkswagen-PKW längst bieten, muss der Multivan-Chauffeur bis dato verzichten. Auch hier gibt es trotz 130.000 Euro solide Hausmannskost – nicht mehr und nicht weniger. Entweder man entscheidet sich für den kraftvollen, aber rauen Fünfzylinder-Diesel mit 128 kW/174 PS oder für den 3,2 Liter Sechszylinder-Benziner mit 173 kW/235 PS.

Die zugesagten 12,5 Liter Super auf 100 Kilometer lassen sich kaum realisieren. Und so gehen die meisten Edellaster mit Benzinerherz in die kaufkräftige Schweiz – als Shuttle- und VIP-Fahrzeuge. Die Höchstgeschwindigkeit des Sechszylinders liegt bei 205 km/h. Auf besonderen Wunsch kann man den Multivan Business nach erfolgter Auflastung sogar mit Allradantrieb ausstatten lassen. Neben ABS und Airbags sorgen unter anderem ESP sowie eine Gespannstabilisierung für die Sicherheit an Bord.

Wer ein paar Zehntausender sparen will, sollte mit dem identisch motorisierten VW Multivan Highline liebäugeln. Der ist bereits für rund 54.000 Euro zu bekommen. Da bleibt noch einiges für einen ausgiebigen Ausflug zum Tuner, um den Bus prächtig mit allen erdenklichen Extras auszustaffieren. Man lernt eben nie aus.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Mercedes-Benz C220

Mercedes-Benz C220 - Aber bei jedem Kombi zählt auch, was hinten rein geht. Und das ist beim T-Modell eine ganze Menge: 485 Liter fasst der Kofferraum, ein Spitzenwert im Premiumsegment (BMW 3er Touring: 460 Liter; Audi A4 Avant: 442 Liter; Volvo V50: 417 Liter). Die Anhängelast des Mercedes beträgt satte 1800 Kilogramm. Der Kofferraum lässt sich durch Umklappen der Rücksitze mit ebener Ladefläche auf 1500 Liter erweitern. Die Ladekante ist angenehm breit und niedrig, unter der Gepäckraumabdeckung gibt es zusätzlichen Stauraum.

Für 250 Euro zusätzlich bekommt man den "Fixkit" - ein Set aus Ladegutschienen und Befestigungselementen. Dazu kommt ein Satz Teleskopstangen, mit dem man den Laderaum variabel unterteilen kann und ein klappbarer Transportkorb. Das Set wird wie ein Lego-Baukasten Platz sparend unter dem Kofferraumboden verstaut.

Nicht nur die Ladung ist im neuen T-Modell gut untergebracht. Auch die Passagiere kommen auf ihre Kosten. Für lange Lulatsche ist das Platzangebot hinterm Steuer nicht üppig, aber ausreichend. Im Fond bietet der Kombi deutlich mehr Kopffreiheit als die Limousine und auch an den Knien wird es nicht eng.

Die Motorenpalette des Sternen-Lasters ist innovationsarm - aber weit gefächert. Los geht es im C 180 Kompressor mit 156 PS, das Ende der Fahnenstange ist vorläufig im 272 PS starken C 350 erreicht - aber AMG wird's schon richten.

Das Volumenmodell ist der 170 PS starke C 220 CDI. Der Diesel wird mit einem Sechsganggetriebe oder einer Fünfgang-Automatik kombiniert. Die Automatik ist nicht die beste Wahl – sie reagiert mitunter zu träge und lässt den Benz trotz seiner 400 Newtonmeter Drehmoment etwas phlegmatisch aus den Puschen kommen.

Der C-Klasse Kombi hat auch ohne Sportfahrwerk eine ausgezeichnete Straßenlage - wenn man mal von einem leichten Aufschaukeln bei schnellen Lastwechseln absieht. Leider wird der Fahrspaß durch eine gefühllose Servolenkung getrübt, die nicht an das knackige Lenkgefühl im 3er BMW heran reicht. Selbst im bärenstarken C 350 mit Sportfahrwerk und lässigem Sechszylinder will sich manchmal einfach nicht der rechte Kontakt zur Fahrbahn einstellen.

Im August wurden fast 24.000 Limousinen der neue C-Klassen verkauft - doppelt so viele wie im Vormonat. Besonders für den deutschen Markt wird das T-Modell einen weiteren Schub bringen. Wie beim Vorgänger dürfte bald jede zweite zugelassene C-Klasse ein Kombi sein (im restlichen Europa nur 25%).

Kein Wunder, bei den Preisen: Unter 31.713 Euro (C 180 Kompressor) läuft nichts. Das Volumenmodell 220 CDI (170 PS) ist ab 35.938 Euro zu haben. Damit befindet er sich der Sternenkrieger allerdings in guter Gesellschaft: Ein BMW 320d Touring (177 PS) haut mit 34.350 Euro ins Kontor, ein A4 Avant 2.0 TDI (170 PS) mit 33.050 Euro und ein Volvo V50 D5 (180 PS) mit 32.200 Euro.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Hyundai Terracan 2.9 CRDi

Hyundai Terracan 2.9 CRDi - Waren es bisher 150 PS, so verfügt der Terracan der neuen Generation über einen 2,9-Liter großen Commonrail-Diesel mit 120 kW/163 PS. Den Vitaminschub kann der knapp 2,3 Tonnen schwere Terracan bei der starken Konkurrenz durchaus gebrauchen. Beim Thema Umweltschutz hat sich der Hyundai nicht verbessert. Weder Euro-4 noch ein Partikelfilter sind im Programm und trüben den ansonsten guten Gesamteindruck des Aggregats.

Der Allradantrieb des Terracan lässt sich auch während der Fahrt per Drehschaltung aktivieren. Für besonders schweres Gelände steht eine Geländeuntersetzung zur Verfügung. Dann bereiten auch aus dem Stand selbst Dünenkämme kaum Probleme. Kurze Überhänge, große Böschungswinkel und eine Wattiefe von 50 cm machen Freude im unwegsamen Terrain. Allein das mächtige Gewicht und der hohe Schwerpunkt des Hyundai sind im Fahrbetrieb jederzeit spürbar. Als echter Geländewagen sitzt die 4,70 m lange Karosserie auf einem steifen Leiterrahmen.

Hochwertiger als zuvor zeigt sich der Innenraum des Naturburschen. Das Platzangebot ist vorne und hinten gleichermaßen mächtig. Dank des 2,75 m langen Radstandes gibt es viel Raum für bis zu fünf Personen oder viel Urlaubsgepäck. Der bereits 750 Liter große Laderaum lässt sich bei umgeklappter Rückbank auf 1.125 Liter vergrößern.

Der Einstiegspreis für den Hyundai Terracan GL liegt bei 27.390 Euro. Der besser ausgestattete GLS kostet 30.990 Euro. Für 2.090 Euro Aufpreis gibt es ein Komfortpaket mit beheizten Ledersitzen, abgedunkelte Scheiben und Wurzelholzdekor. Die Komfortausstattung des GLS bietet unter anderem Klimaautomatik, Alarmanlage, elektrische Spiegel und Nebellampen. Beim Thema Sicherheit sieht es deutlich schlechter aus.
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