Donnerstag, 8. November 2007

Honda Legend 3.5

Honda Legend 3.5 - Dabei läßt der Legend keine Wünsche offen, bietet exzellente Fahrleistungen und sein Luxus kennt kaum Grenzen – doch selbst bei seinem Hersteller Honda steht er nur in der dritten Reihe. Die werben lieber mit dem polarisierenden Civic oder dem pfiffigen Jazz. Aber Legend? Keine Werbung, keine Aufmerksamkeit, keine Kunden. Warum?

Selten wollten sich japanische Autoentwickler derart beweisen wie dem Honda Legend. Motor, Fahrwerk, Antrieb und Ausstattung – alles sollte passen. Und man wollte den hochnäsigen Europäern zeigen, was möglich ist. Dazu ein sehenswertes Design und das nicht nur in Europa wichtige Thema Sicherheit.

Im Gegensatz zu seiner asiatischen Konkurrenz ist der 4,95 Meter lange und 1,9 Tonnen schwere Legend eine wahre Fahrmaschine. Das 3,5 Liter große Sechszylindertriebwerk mit seinen 217 kW/295 PS sorgt für deutlich mehr als ein lässiges Dahingleiten. Von 0 auf 100 km/h in 7,3 Sekunden, 353 Nm maximales Drehmoment und 250 km/h Spitze kennt man zumeist nur von der deutschen Premiumkonkurrenz.

Der variable Allradantrieb hat einen gewichtigen Anteil an der proklamierten Fahrdynamik. Der Honda kann die Kraft nicht nur variable zwischen Vorder- und Hinterachse sondern auch zwischen den beiden hinteren Antriebsrädern verteilen. So kann er bei einer Kurvenfahrt das kurvenäußere Rad um bis zu fünf Prozent stärker beschleunigen als das innere. Der Fahrer spürt dies durch ein besonders dynamisches Anfahren selbst bei schlechten Fahrbahnverhältnissen.

Wie es sich für eine asiatische Luxuslimousine gehört, kennt die Komfortausstattung des Über-Honda kaum Grenzen. DVD-Navigation, Xenonscheinwerfer mit Kurvenfunktion und belüftete Ledersitze sorgen für eine angenehme Innenraumatmosphäre. Der Bedienkomfort hält sich jedoch im Rahmen. Kleine Schalter und unübersichtliche Bedienelemente ärgern Fahrer und Insassen besonders auf der überfrachteten Mittelkonsole. Die Stühle sind weich und gleichermaßen bequem. Im Fond lassen sich die Sitze jedoch nicht verstellen. Der Kofferraum liegt mit 452 Litern Fassungsvermögen eher im klassenüblichen Durchschnitt.

Neben den Komfortdetails kann der Legend auch mit seinem Sicherheitspaket punkten. Eine aktive Motorhaube sorgt für vorbildlichen Fußgängerschutz. Dazu kommen sechs Airbags, LED-Rückleuchten, ESP und ABS. Damit es am besten gar nicht erst zu einer Kollision kommt, ist der Legend serienmäßig mit einem Abstands-Tempomaten ACC und einem Unfallvermeidungssystem, dem Collision Mitigation Brake System ausgestattet.

Mit einem Preis von 54.600 Euro ist der Honda Legend 3.5 V6 nicht billig - aber günstiger als die Konkurrenz. Dabei lässt die Serienausstattung keinen Wunsch offen. Den Legend gibt es allein in Vollausstattung - mit Xenonlicht, klimatisierten Ledersitzen, Glashubdach, Tempomat, Automatik, Rückfahrkamera und Klimaautomatik. Aufpreisliste? Gibt's nicht. Nur bei der Farbe hat man die Qual der Wahl.

Freitag, 2. November 2007

Saab 9-5 Sportcombi

Saab 9-5 Sportcombi - Die Scheinwerfereinheiten sind nur noch zu erahnen - als ob man einen Blick in das Visier von Star-Wars-Bösewicht Darth Vader riskiert. Blinker und Leuchteinheiten ziehen sich bis weit in die vorderen Kotflügel hinein. Die Frontschürze wirkt ebenso wie das neue gestaltete Heck deutlich bulliger als bisher. Die Rückansicht mit den Leuchten im BMW-X5-Look drückt optisch satter auf dem Boden und soll die hinzugewonnene Sportlichkeit des Saab 9-5 Sportcombi unterstreichen.

Die zeigt sich auf den zweiten Blick auch hinter dem Lenkrad. Die Lenkung arbeitet direkter und dynamischer als zuvor. Trotzdem hat sie mit dem drehfreudigen 2,3-Liter-Turbomotor ihre liebe Mühe. Die 260 PS zerren mächtig. Ein Allradantrieb würde helfen - doch der soll erst in der neuen 9-5 Generation kommen.

Besser gefällt da die Straßenlage. Der immerhin knapp 1,8 Tonnen schwere Schwede liegt souverän auf der Straße und erfreut mit einem beeindruckenden Langstreckenkomfort. Ein Tritt auf das Gaspedal - und der 2,3 Liter große Turbo kommt mächtig auf Touren. Ein Vierzylinder in einem großen Kombi ist Geschmacksache und ein bulliger Sechszylinder würde wohl besser passen. Doch echte Saabfans lieben den Turbinenklang - und die 350 Nm, die bei 5.400 U/min zur Verfügung stehen. Unter Kurzzeitbelastung gibt es sogar 20 Nm mehr. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 245 km/h. 0 auf 100 km/h schafft der Fronttriebler in 7,3 Sekunden. Der Durchschnittsverbrauch soll trotz der üppigen Leistung bei nur neun Litern SuperPlus auf 100 km liegen.

Der Innenraum wurde leicht überarbeitet. Neu ist die Mittelkonsole mit einem Touchscreen-Navigationsbildschirm. Anders als bisher ist das Gerät nun nur noch im Stand zu bedienen. Fraglos eine Verschlechterung und ein stetes Ärgernis auf längeren Fahrten. Die Sitze sind bequem und ungewöhnlich weich. Lenkrad und Sitze lassen sich jedoch gut einstellen. Auch im Fond gibt es mehr als ausreichend Platz.

Der neue Saab 9-5 2.3 Aero startet bei 39.900 Euro. Der Sportcombi kostet 1.050 Euro Aufpreis. Insgesamt gibt es vier Benzin- und eine Dieselvariante mit Partikelfilter. Der 150 PS starke Selbstzünder ist bereits im Opel Vectra und Saab 9-3 zu haben. Nach dem schwedischen Heimatmarkt ist der 9-5 BioPower nun auch in Deutschland zu bekommen. Er leistet mit einer Ethanol-Betankung statt der üblichen 150 PS dann 180 PS - und damit verbunden: verbesserte Fahrleistungen.

Donnerstag, 1. November 2007

Opel Astra TwinTop 1.6 Turbo

Opel Astra TwinTop 1.6 Turbo - Die dreiteilige Dachkonstruktion stammt von Mercedes- und Porsche-Zulieferer CTS und benötigt immerhin fast 30 Sekunden zum Öffnen oder Schließen. Das ist für einen Ampelstopp ziemlich lang - und da tröstet es durchaus, dass der Mechanismus bis 30 Stundenkilometer funktioniert. Begleitet wird der optisch durchaus beeindruckende Vorgang von allerlei Geräuschen - vom einfachen Zirpen bis hin zum eindringlichen Brummen.

Ist das Dach jedoch offen und außer einem Handtäschchen kein weiteres Gepäck nötig, kann das Fahrvergnügen beginnen. Der 1.6-Liter-Turbo-Vierzylinder mit 180 PS klingt schon beim Anfahren kernig. Nach einem winzigen Turboloch geht es dann in 9,2 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis nicht ganz 230 Kilometer pro Stunde. Das maximale Drehmoment von 230 Newtonmetern steht über einen weiten Drehzahlbereich von 2.000 bis 5.000 Touren zur Verfügung und verleitet zum schaltfaulen Cruisen.

Das knackige Sechsganggetriebe mit kurzen Schaltwegen bietet sich durchaus für eine sportlichere Gangart an. Unterstützt durch das gut abgestimmte und komfortable Fahrwerk und die präzise Lenkung macht eine Vergnügungstour auf kurvigen Landstraßen richtig Spaß. Und mit dem Sport-Modus des IDS-Sportfahrwerks (per Taste in der Mittelkonsole abrufbar) ist mit dem 1,5 Tonnen schweren Ganzjahrescabrio sogar ein wenig Kurvenräubern drin - allerdings geben die serienmäßigen 17-Zöller mit den 225er Reifen auch schlechte Straßenzustände an die Insassen weiter.

Der Innenraum wirkt modern und sportlich. Einzig das Display in der Mitte des Armaturenbrettes versprüht wenig Charme und erinnert an Radiowecker der achtziger Jahre. Dafür ist die Mittelkonsole umso funktioneller. Alle Schalter und Regler sind wohl sortiert und lassen sich auch ohne ausgiebiges Studium des Handbuches leicht bedienen - bis auf die kleine Irritation, dass der große Regler in der Mitte nicht etwa die Lautstärke, sondern die Menüstruktur regelt.

Hinten geht es erwartungsgemäß enger zu - für Erwachsene ist kein Platz. Allenfalls zwei Kinder haben genügend Lebensraum im Fond - wer mit seiner Familie in die Ferien fahren möchte, sollte das Gepäck vorausschicken. Oder die Kinder, damit die Reisetaschen auf den Rücksitz passen.

Doch welches Cabriolet ist schon als Familienkutsche gedacht? Und für zwei Personen reicht der TwinTop allemal. Schließlich ist auch der Preis des Opel Astra TwinTop 1.6 Turbo alles andere als günstig. 30.460 Euro kostet die Ausstattungsvariante "Cosmo" mit IDS-Sportfahrwerk, Nebelscheinwerfern, elektrischen Fensterhebern, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, Tempomat, Klimaautomatik, Keyless-Go, Sportlenkrad, Parkpilot, 17-Zoll-Leichtmetallrädern und Fernbedienung für das Klappdach.
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