Montag, 15. Oktober 2007

Kia Ceed 1.6 CRDI

Kia Ceed 1.6 CRDI - Er dürfte Recht haben: Mit dem neuen Kompaktklasse-Modell haben die Koreaner ein gutes Stück Auto abgeliefert, wie eine erste Ausfahrt entlang der portugiesischen Atlantikküste schnell zeigt. Der Cee'd ist nicht nur optisch, sondern auch vom Fahren her das erste durch und durch europäische Auto, das die Koreaner in ihrem Portfolio haben.

Kein Wunder: Gebaut wird der Cee'd ausschließlich im slowakischen Zilina, entworfen wurde er weitestgehend im Rüsselsheimer Kia-Designzentrum - speziell auf und ausschließlich für den europäischen Markt. Deshalb, sagt Chefdesigner Miklos Kovacs, "mussten wir ihn nicht auf den Weltmarkt ausrichten, sondern konnten ihn speziell auf den Geschmack europäischer Kunden entwickeln". Die hauptsächliche Zielgruppe: Junge Familien mit zwei bis drei Kindern.

Entsprechend üppig ist das Platzangebot für die Passagiere. Die in drei Stufen einrastenden Vordertüren öffnen weit und gestatten einen bequemen Einstieg. Die Vordersitze, in den gehobeneren Ausstattungen mit aktiven Kopfstützen, bieten ausreichend große Sitz- und Rückenflächen auch für größer und breiter gewachsene Zeitgenossen und einen sehr ordentlichen Seitenhalt. Sie lassen sich zudem ausreichend weit nach hinten verschieben - zusammen mit dem in Höhe und Tiefe verstellbaren Dreispeichen-Lenkrad lässt sich schnell eine gute und auch auf längeren Touren ermüdungsfreie Position einrichten.

Auch beim Innendesign ist Kia in Europa angekommen. Die Materialien und Oberflächen wirken hochwertig und griffig - vorbei die Zeit der glatten und billigen Plastik-Orgien. Die Anzeigen konzentrieren sich auf drei gut ablesbare und nachts angenehm blau strahlende Rundinstrumente vor dem Fahrer - Tacho, Drehzahl, Tank und Temperatur - und auf der dem Fahrer zugewandten Mittelkonsole. Auch da übt sich Kia in ausreichender Bescheidenheit: Radio, Klimaanlage, ein paar große und gut erreichbare Knöpfe - das reicht.

Im Juli soll dann ein 2,0-Liter-Diesel mit 140 PS folgen. Der Diesel ist ein gelungenes Stück europäisch-koreanischer Ingenieursarbeit. Er läuft ruhig und geräuscharm, ohne wüstes Nageln und sorgt schon bei geringen Drehzahlen für einen ordentlichen Zug. Überholen und Steigungen sind kein Problem - zu keiner Zeit hat man das Gefühl, untermotorisiert zu fahren. Entsprechend auch die offiziellen Fahrwerte: 188 km/h Spitze und 11,5 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch soll bei durchschnittlich 4,7 Liter Diesel liegen.

Die Fünfgang-Handschaltung passt gut zum 1,6-Liter-Diesel und kommt dessen Charakteristik entgegen. Die Schaltwege sind ausreichend kurz und präzise. Der Vorderradantrieb bringt die Kraft gut auf die Straße - bei schnellen Starts zum Beispiel an der Ampel kann es allerdings vorkommen, dass ein leichtes Zerren in der elektronisch gesteuerten Lenkung zu spüren ist. Die arbeitet ansonsten präzise und direkt und erfordert je nach gefahrener Geschwindigkeit einen unterschiedlichen Kraftaufwand: Leichtgängig im Stadtverkehr und beim Einparken, fester auf der Autobahn bei hohem Tempo.

Bis zu 150.000 Cee'd will Kia spätestens ab 2008 in Europa verkaufen - inklusive Russland. Dass die Planung realistisch ist, dafür sorgt auch das Paket, das die Koreaner drum herum geschnürt haben. So soll der Fünftürer lediglich der Einstieg in die Modellreihe sein. Im September folgt ein Kombi, im Dezember eine sportlich ausgelegte dreitürige Version - jeweils mit gleichem Radstand aber unterschiedlichen Außenmaßen. In der Schublade liegt dem Vernehmen nach auch eine 250 PS starke Version. Doch ob sie je dem Golf GTI Konkurrenz machen wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Nicht zuletzt dürften die Garantieleistungen und die Preise für ordentliche Verkäufe sorgen. Kia bietet auf den Cee'd sieben Jahre Garantie (maximal 150.000 Kilometer, fünf Jahre auf das gesamte Auto, sieben Jahre auf Motor und Antriebsstrang). Diese Garantie ist bei Gebrauchten auch auf neue Besitzer übertragbar. Die Preise fangen bei 14.300 Euro für den Basis-Cee'd mit 1,4-Liter-Motor an.

Freitag, 12. Oktober 2007

Honda Civic 1.8 Sport

Honda Civic 1.8 Sport - Honda gibt gerne zu, dass die letzten beiden Civic-Generationen doch allzu brav und bieder geraten sind. In Deutschland dümpelten die Verlaufszahlen zuletzt bei mageren 7.500 Stück pro Jahr. Der neue Civic hat ganz andere Ziele: Kurzfristig soll sich die Verkaufszahl verdoppeln - und mittelfristig bei mindestens 20.000 Stück per anno einpendeln. Es ist mittlerweile selten, dass ein Hersteller seine Ziele so mutig verkündet. Honda will mit dem Civic eine Alternative zu den Premiummodellen bieten. Die Eroberungsrate soll bei sehr ambitionierten 60 Prozent liegen: Drei von fünf Civic-Käufern sollen Neukunden sein.

Von der Seite betrachtet erscheinen die hinteren Türen klein und kaum vorhanden - doch sie öffnen sich weit. Und im Fond selbst sitzt man einfach gut. Alles andere als ein perfektes Bild zeigt sich dagegen in der ersten Reihe. Die Sitze sind ordentlich. Doch das zerklüftete Armaturenbrett im Digitaldesign dürfte allenfalls bei den Freunden von Playstation-2 und Xbox-360 auf Anhieb Anklang finden. Hier der zentrale Drehzahlmesser, da der zu kleine Bordcomputer und dazwischen blinkende Dioden und der Starterknopf. Erst auf den dritten Blick findet man die Bedienelemente für Belüftung, heizbare Heckscheibe oder ESP.

Qualität und Anmutung machen neben dem Design den besten Eindruck. Doch bei den Motorisierungen werden Fahrer von Astra, 307 und Focus die Alternativen schmerzlich vermissen. Neben dem Basisaggregat mit 83 PS sollen es der exzellente 2,2-Liter-Diesel mit 140 PS und der gleichstarke Benziner richten. Besonders dieser komplett neu entwickelte 1,8-Liter-Vtec-Motor trägt hohe Erwartungen. Im normalen Fahrbetrieb mag man kaum glauben, dass er 140 PS unter der Haube hat. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 207 km/h, den Spurt 0 auf Tempo 100 schafft der Japaner in 8,6 Sekunden.

Trotzdem spricht im internen Modell-Vergleich - außer dem Mehrgewicht von unglaublichen 160 kg - alles für das bullig drehende Dieselaggregat. Doch beim Diesel wartet man wohl bis Mitte 2006 auf ein Partikelfilter.

Erfreulich präsentieren sich bei allen Civic-Varianten das ausgewogene Fahrwerk, die direkte Lenkung, eine solide Sechsgang-Schaltung - und die komplette Serienausstattung. Damit kann Honda gegen die Konkurrenz punkten.

Ab Mitte Januar steht der neue Honda Civic zunächst als Fünftürer beim Händler. Später im Jahr folgen eine viertürige Limousine mit 115 PS starkem Hybridantrieb und ein Coupe. Der Basispreis für den Honda Civic 1.8 Sport liegt bei 20.700 Euro. Der identisch ausgestattete Diesel kostet 1.900 Euro mehr.

Montag, 8. Oktober 2007

Mitsubishi Outlander Di-D

Mitsubishi Outlander Di-D - Für die Entwicklung ist Mitsubishi eine Allianz mit Citroën und Peugeot eingegangen. Das Ergebnis ist ein Dreigestirn: Mitsubishi Outlander, Citroën C-Crosser und Peugeot 4007 ist. Dabei profitieren Citroën und Peugeot von den Allrad-Erfahrungen Mitsubishis. Mitsubishi wiederum von den Erfahrungen des PSA-Konzerns mit modularen Fahrzeugentwicklungen.

Im Innenraum fällt als ersten die dritte Sitzreihe auf - für einen Wagen von 4,64 Länge nicht ganz alltäglich. Entsprechend fühlen sich dort auch allenfalls Kinder wohl - selbst wenn die zweite Reihe ganz nach vorn geschoben ist und die dann wiederum nur noch wenig Beinfreiheit bietet. Mitsubishi nennt das "Hide & Seat". Weniger ist also mehr: Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Outlander wieder in einen bequemeren Fünfsitzer verwandeln - die letzten beiden Sitze verschwinden einfach unter den Ladeboden des Kofferraumes.

Im fünfsitzigen Betrieb verfügt der Outlander mit 541 Litern Kofferraumvolumen über beachtlich viel Platz für den Familienausflug. Für noch mehr Kapazität lässt sich die zweite Reihe ähnlich wie die hinteren Sitze versenken. Dann entsteht ein Laderaum von 1.691 Litern mit fast ebener Ladefläche. Besonders interessant: Die zweigeteilte Heckklappe, deren unterer Teil waagerecht heruntergeklappt bis zu 200 Kilogramm belastbar ist.

Zwischen den Vordersitzen ist der Schalter für die Wahl der Allrad-Antriebssart platziert und bietet die Wahl zwischen zwei Allradmodi und reinem Frontantrieb. Der elektronisch geregelte Allradantrieb (AWC) mit variabler Kraftverteilung wurde von Mitsubishi neu entwickelt. Mittels elektronisch geregelter Lamellenkupplung wird die Antriebskraft je nach Traktion auf alle Räder verteilt. Nur im reinen Frontantriebsmodus ist der komplette hintere Antriebsstrang vom Getriebe entkoppelt.

Dem SUV-Konzept entsprechend ist das Fahrwerk komfortabel abgestimmt, ohne sich wirkliche Schwächen auf der Autobahn oder Landstraße zu leisten - vorausgesetzt, man lässt die Finger vom reinen Vorderradantrieb. Damit untersteuert der Wagen deutlich. Im Allradbetrieb dagegen verhält sich der Outlander unkompliziert und narrensicher, die Lenkung ist leichtgängig und vermittelt einen befriedigenden Eindruck der Fahrbahnbeschaffenheit. Spurtreue und Geradeauslauf sind ordentlich. Die Seitenneigung ist für einen Wagen von 1,72 Metern Höhe erfreulich gering. Der Wendekreis von 10,6 Metern ist absolut City-tauglich. Die Übersichtlichkeit der Karosserie ebenfalls.

Aus der Kooperation mit Citroen und Peugeot ist für den Herbst diesen Jahres der Einsatz des 2.2-Liter-Diesels aus dem PSA-Regal geplant. Ein 2.4-Liter Benziner mit 170 PS aus der Kooperation mit DaimlerChrysler und ein V6 mit 220 PS sollen folgen. Den Kraftstoffverbrauch des 2-Liter-Turbodiesels gibt Mitsubishi mit 6,7 bis 6,9 Litern pro 100 Kilometern an. In der Praxis dürften es angesichts des Fahrzeuggewichts und der Leistungsreserven des Motors jedoch etwas mehr werden.

Für Nebelscheinwerfer, Dachreling, Tempomat, Leichtmetallfelgen, Multifunktions-Lederlenkrad, Xenon-Licht, abgedunkelte Seitenscheiben (Privacy Glass), Lederausstattung, Glas-Schiebe-/Hubdach und ein besseres Audiosystem müssen höherwertige Ausstattungslinien geordert werden. Das Spitzenmodell "Instyle" ab 35.190 Euro lässt dann aber nur noch für wenige Optionen Spielraum und ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für die "alteingesessenen" SUV-Anbieter - immerhin aus dem Hause der Dakar-Sieger.
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